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31.8.2009 von Gerald Fründt.
Hinter den Spiegel kommen, das ist das Ziel meiner Arbeit. All die vorgeblichen Sprachkritiker bleiben mit ihrer Kritik vor dem Spiegel und fechten um etwas, was angeblich richtig / korrekt sein soll.
Die Unternehmen, Konzerne, Organisationen, Parteien müssen durch den Spiegel, den die Oberfläche des Geschriebenen / der E-Mail bildet, hindurchgehen, um mit der Sprache angemessen arbeiten zu können. Erst wenn man auch die andere Seite kennt, wird man unter anderem auch verständlicher schreiben können.
Das ist mir gerade durch den Kopf gegangen.
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30.8.2009 von Gerald Fründt.
Angesprochen hatte ich es bereits in meinem Kommentar vom ….
Nun die Schlagzeile im Stader Tageblatt: Unverständliche Wahlprogramme.
Die Linken sind kaum zu verstehen - wen wundert es.
Es gibt Vorliebe für Schachtelsätze - allerdings ist das meiner Ansicht nach (noch) nicht das wirkliche Problem bei den Sätzen und geht als Kritik in eine falsche Richtung. Manche Aspekte brauchen unbedingt auch mal einen Schachtelsatz, um das Nachdenken anzuregen. Nur muss mit ihnen richtig gearbeitet werden, also wie sind die vorausgehenden Sätze gebaut, was folgt usw. In welcher Weise baut man denn einen Schachtelsatz auf, auch hier ist das Deutsche sehr vielfältig! Also, Kritik an Schachtelsätzen ist vielleicht populär, aber nicht unbedingt konstruktiv.
Vorliebe für Fremdwörter soll es geben - nun gut, auch hier lohnt der genauere Blick. Auch Fremdwörter müssen manchmal sein, nur sollten sie im Zusammenhang plausibel sein und nicht einfach daher geschrieben werden.
Und dann fordern Wissenschaftler, mal solle bürgernäher formulieren, also näher am Bürger. Auch das ist populär, ohne dass es wirklich verständlicher wird.
Schreiben muss einfach als aufwändige und intensive Arbeit (!!!) verstanden werden, so wie ich es in meiner www.e-mail-praxis.com bereits versuche. Einfach verständlich schreiben, das ist nur eine einzige Herausforderung! Es gibt noch weitere, etwa die Sache mit dem Kontext…..
Ich mache mich jetzt mal auf die Suche nach den Personen, die in dem Bericht genannt werden, und zwar weil ich gerade einen Artikel über Twitter (siehe http://twitter.com/EMail_Praxis) schreibe, schau ich mal bei Twitter nach…..
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26.8.2009 von Gerald Fründt.
In den Unternehmen wird man doch zu menschlichen Sende-Anstalten erzogen. Nur wer sendet, IST!
Und eigentlich ist es völlig unerheblich, ob der jemand wie wild E-Mails durch die Gegend schickt, permanent am Telefonieren ist oder sich auf das “persönliche Gespräche” beruft, was ja von wahrhaft berufenen und wirklich erfahrenen (Achtung: Ironie!) Trainern und Beratern als Rezept gegen die E-Mail-Flut verordnet wird.
Aber es geht ja weiter mit dieser Permanenz-Sende-Kultur; die SMS, der Blog, und ganz frisch der Tweed, den man über Twitter.com seinen Followern schicken kann.
Das Prinzip: Senden … Manch Trainern und Beratern ist es regelrecht in Fleisch und Blut eingegangen: Senden!
Das aber wird nicht gut gehen - was wird dann sein? Sende-Pause?? Schweigen???
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25.8.2009 von Gerald Fründt.
[Fortsetzung der linguistischen Skizzen - hier Aussagen einer Stellenanzeige im Hamburger Abendblatt vom August]
Ja, in der Anzeige bei Vattenfall Europe, dem Betreiber von Krümmel, werden fünf (5) Bereiche genannt, in denen es um den Mensch, seine Verhaltensweisen und deren Regulierung geht.
Erster Bereich: IT-Projekt-Management/Controlling
Der Schrägstrich scheint mir die Erfahrung anzudeuten, dass diese IT-Projekte erfahrungsgemäß ein Faß ohne Boden sind. Sie kosten Zeit, sie kosten Nerven, sie kosten Geld und werden nie richtig fertig. Deswegen ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Controlling (to controll - kontrollieren, aber geschrieben werden kann natürlich nicht: Kontrolle) nötig. In der “-ing-Form” steckt nämlich eine Verhaltensform, eine Handlung. Und Kontrolleure kennt man nur aus der Bahn, wo man dann vielleicht keinen Fahrschein hat. Aber der Bereich IT-Projekt-Management/Controlling hat sicher einen für einen aufstrebenden Trainee.
Zweiter Bereich: Billing & Customer Care
Beim Schreiben scheinen die Tasten regelrecht besoffen zu sein, so schwankend vor Lust fühlen sie sich an, die Buchstaben, die zu Worten sich formen. Wow!
Ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit: Bei Vattenfall Europe werden Rechnungen geschrieben oder ausgestellt, und für den jungen Trainee nennt man das einfach “Billing”. Geschickt werden diese Bills (Rechnungen) natürlich an Kunden (Customer), aber mit Kunden sollte man dem Trainee nicht gleich kommen, deswegen vorsichtige Annäherung: Customer.
Hat dieser Customer (Kunde/Kundin) einen Einwand, weil etwa die Rechnung, sorry, die Bill oder der Bill zu hoch erscheint oder die Herkunft der Leistung (Energie, Strom) fraglich (Atomkraft?!) ist, pflegt man (to care) den Kunden (Customer) - nur wohin pflegt man den Kunden? Trainee sei wachsam!
Dritter Bereich: Technical Utility Solutions
Lösungen (solutions) sind in einer Wirtschaft (wie verkaufe ich mehr und mehr Strom?), die immer nach Lösungen (solutions) sucht, gut. Lösungen (solutions) sind in der Industrie (wie produzieren wir zu immer geringeren Kosten - auch Strom!), die immer nach Lösungen sucht, gut. Das ganze Schaffen trägt das Lösen in sich … man achte mal auf die Mehrdeutigkeit des eben Geschriebenen.
Werkzeugkasten (utility) eignet sich ebenfalls und jederzeit, gut. Warum muss ich an Lukas den Lokomotivführer denken?
Und schön technisch ist das sowieso alles und schön abstrakt, und letztendlich doch nur die Bezeichnung für eine Kostenstelle für das Controlling. Also Kosten-Stelle ist eine Stelle, der man Kosten zuordnen kann, und wenn es zuviel wird, mit den Stellen und den Kosten, dann stellt man Stellen und Kosten nach draußen und nennt das Outsourcing (Aus-Lösen = wieder eine Lösung). Eigentlich alles sehr einfach: Technical Utility Solutions, lieber Trainee, das sind technische Werkzeugkasten Lösungen a lá Lukas, dem Lokomotivführer.
Vierter Bereich: Common Solutions Document Management
Eine Ordnung geben, einen geordneten Ablauf geben (Management), das ist Aufgabe dieses Bereiches. Von Menschen geschriebene oder bearbeitete Dokumente (documents) brauchen in Organisationen wie Vattenfall Europe und anderswo eine Ordnung, einen geordneten Ablauf. Oder Durchlauf. Andernlaufs gehen allgemein oder sogar wichtige ( = Kosten verursachende / Kosten dämpfende / Kosten vermeidende) Informationen verloren. Das wäre schlecht. Lösungen (solutions), die gab es schon in einem anderen Bereich, hier aber ist vermutlich gemeint, wie genau die Ordnung und die geordneten Abläufe “gelöst” werden (oder zu lösen sind - siehe IT-Projekt Management). Aber diese Lösungen, sind sie nun “gemeinsame Lösungen” (common solutions), was ja wünschenswert wäre. Oder sind sie “alltagliche Lösungen” (common solutions), was eher langweilig wäre. Keine Ahnung. Ich tendiere zu “alltäglich”, weil das eine bessere Kostenzu-Ordnung möglich macht. Ein Zeit-Faktor war ja bei der Ermittlung von Kosten enthalten, wenn ich mich nicht irre, hihihi.
Fünfter Bereich: Common Solutions HR
Mal ehrlich, langsam merkt man auch mir es an. Dieses ist der Gipfel - aber von was? Auch er will bestiegen sein. HR ist nicht die Abkürzung von HRM (wer nicht weiß, was das heißt, soll suchen). HR steht für Human Resources, und das bedeutet im Lexikon nachgeschlagen: Arbeitskräftepotenzial!
Wer lacht hier?!
Resources bedeutet an anderer Stelle des Lesikon = Mittel, Resourcen, und das im Sinne von (a) financial resources = Geldmittel, (b) mineral resources = Bodenschätze, und (c) human resources = Arbeitskräfte.
Exkurs: Für mich ist das der AE-Gebrauch. AE hebt Differenzierungen einfach auf. AE verschleiert. Abstraktes (Geld) und Materielles (Bodenschätze) und Menschen werden in ein neues Grundwort “Mittel” gebunden - ist das Ausdruck einer bestimmten Ethik, die diese Gleichsetzung möglich macht?
Aber weiter im Text …
Lösungen gab es oben schon und auch wozu diese Lösungen Lösungen waren; nun aber in merkwürdiger, unverständlicher Kombination mit Arbeitskräften.
Ganz an den Anfang, als Blickfang (eye-catcher) das “Alltägliche” (common) oder gar das “Gemeinsame” (common)?
Zusammenfassung:
Wozu denkt sich irgendjemand so etwas aus? Ist das Ausgedachte einfach eine Management-Schule, deren Zeit gekommen ist?
Und was ist mit dem Vertrauens-Faktor? Wird ein Trainee einem Unternehmen vertrauen, in dem der Mensch nur noch als “H” vorkommt???
Und überhaupt, liest das alles jemand - auch von Vattenfall Europe???
Mein Twitter dings ist übrigens: http://twitter.com/EMail_Praxis
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19.8.2009 von Gerald Fründt.
Was macht eigentlich eine Linguistin / ein Linguist?
Sie/er analysiert! Besonders gern Sprache in der Wirtschaft und Wirtschaftssprache.
Angesprochen hatte ich bereits die Stellenanzeige von Vattenfall Europe, also von denen, die in jüngster Zeit neben den Banken und anderen Finanzdienstleistern ein enormen Vertrauensverlust hinnehmen mussten. Und mir geht es immer mehr um Vertrauen, ich merke das!
Also der Vertrauensverlust ist da, und unternehmerisch denkende Unternehmen denken sich schnell Wege aus, um das Vertrauens-Konto aus den Miesen zu bringen.
Vattenfall Europe denkt sich aus: Trainees, wir brauchen junge, frische, positive, dynamische Trainees …. und schon ist eine Anzeige geschaltet.
Welches Unternehmen “Vattenfall Europe” sehen denn diese potenziellen Trainees - wenn sie die Anzeige sehen?
Und jetzt geht es zu der linguistischen Analyse!
In der Anzeige im Hamburger Abendblatt (8. / 9. August) finde ich 19 (neunzehn) Unternehmensbereiche, für die junge, frische, dynamische Trainees gesucht werden.
Eindruck: Großes Unternehmen!
Interessant ist, dass ich diese Unternehmensbereiche aufgrund ihrer Bezeichnung (Namen) in Gruppen ordnen kann. Es gibt die im weitesten Sinne naturwissenschaftlich, technisch ausgerichteten Bereiche und das sind 14 (!) - wenn ich mich nicht verrechnet habe: 73% des Unternehmens ist technisch und / oder naturwissenschaftlich.
Weil Technik und Naturwissenschaft immer irgendwie kompliziert wirken, werden die Bereiche differenziert! Das hebt ihre Bedeutung hervor. Also, Bereiche werden differenziert, indem Zwischenbereiche eingeführt werden!
Bereich: Technik / Leittechnik
Bereich: Kraftwerk / Leittechnik
Wenn einen dieses als hoffnungsvoller Trainee nicht vom Hocker haut, was dann?
Eindruck: Großes technisch und naturwissenschaftlich ausgerichtetes Unternehmen!
Frage: Naturwissenschaft & Vertrauen? Technik & Vertrauen??
Mal sehen!
Es bleiben 5 ( = 27%) Bereiche, in denen es um den Menschen geht! Genauer geht es in diesen Bereichen um ein Überwachen und Ordnen von menschlichen Verhalten in Bezug auf den Unternehmens-Gegenstand.
Eindruck: Großes technisch und naturwissenschaftlich ausgerichtetes Unternehmen - und der Mensch spielt eine kleine und dann nur Neben-Rolle!
Aber welche Neben-Rollen spielt denn nun der Mensch mit seinen 27% Anteilen an Vattenfall Europe … demnächst mehr an dieser Stelle.
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17.8.2009 von Gerald Fründt.
Meine Sprach-Praxis-Skizze, keine Doktorarbeit
“Energie ist unser Beitrag zur Lebensqualität - jeden Tag auf´s Neue.”
(Anzeige von Vattenfall im Hamburger Abendblatt ( 8. / 9. August) mit dem Titel: Als Trainee zu Vattenfall Europe
Das ist der erste Satz, das ist das (barocke) Tor zu einer neuen Welt für all jene, die sich als Trainee verdingen wollen.
[auf´s Neue]
Mit der Präposition “auf” wird etwas gemacht. Mit Absicht gemacht. Um der Absicht auf die Spur zu kommen, sehe ich von dem Apostroph [´] zunächst ab und tue so, als würde es ihn nicht geben.
[*aufs] = Die grammatische Handlung nennt man Verschmelzung von Präposition mit einem Artikel. Sehr häufiges Beispiel ist “im”, eine Verschmelzung von “in+dem”. Eine andere ist “ins”, eine Verschmelzung von “in+das”. In diesem Fall ist [*aufs] als eine Verschmelzung von “auf+das”.
Beispiele: sich aufs Ausruhen freuen = sich auf+das Ausruhen freuen. Auf wen oder was freut man sich: Auf das Ausruhen. Ganz einfach.
Das funktioniert sehr gut bei sogenannten substantivierten Infinitiven. Allerdings ist [das Neue] kein substantivierter Infinitiv, sondern ein substantiviertes Adjektiv. Vorerst dumm gelaufen!
Dann gibt es aber noch Redewendungen, in denen zumindest dieses substantivierte Adjektiv [Neu,neu] vertreten ist:
(a) “Doch im Grunde gibt es überhaupt nichts Neues unter der Sonne.” (Prediger 1,9). - Allerdings geht dieses in eine ganz andere Richtung, und ob Vattenfall Europe hier die Sonnenenergie ins Spiel bringen wollte, bezweifele ich.
(b) “Auf ein Neues!” - ist nach dem Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten ein ermunternder Aufruf, wenn man eine begonnene Arbeit nach einer Pause fortsetzt. Auch dieses eignet sich nicht, denn Energie sollte eigentlich immer fließen und keine Pausen machen. Aber ausgezeichnet passt diese Redensart auf das Atomkraftwerk Krümmel, da mag wohl auch einer nach der “Zwangspause” gesagt haben: “Auf ein Neues!” - bis dann die neue Geschichte kam. Wenn also diese Redensart quasi in das Unternehmens-Image hineinspiegelt, dann hat das (barocke) Größe!
(c) “Alles neu macht der Mai” …. aber das schenke ich mir an dieser Stelle.
Ergebnis I: Vattenfall Europe hat ein Sprach-Problem!
In diese Richtung gelangt war ich ja nur, weil ich diesen Apostroph ignoriert hat, quasi einen Brennstab herausgezogen hatte.
Und jetzt will ich mal gnädig sein und den Brennstab draußen lassen - es wird üblicherweise KEIN Apostroph genutzt!
Ergebnis II: Vattenfall Europe hat mindestens ein Sprach-Problem!
Aber diese Stelle hat sich ja jemand ausgedacht! Diese Stelle ist ja schwanger mit Absicht und “Absicht”! Welche denn? Das [auf´s Neue] schaut einfach “superkalifragilistikexpialidozius” aus, wie Mary Poppins sich ausdrücken würde. Weil man gerne zaubern möchte, weil man gern die richtigen Trainee´s bekommen möchte, sie braucht, sie will …..
Aber davon an anderer Stelle mehr …… !!!
P.S. Kennen Sie eigentlich die Regel 68 meiner 111-E-Mail-Regeln - lohnt sich! Mehr unter www.e-mail-praxis.com!
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