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23.10.2009 von Gerald Fründt.
Schriftliche Dialoge führen, also E-Mail nutzen (oder einen Blog oder ein Memo oder einen Bericht), schriftliche Dialoge führen ist ein sehr ernstes “Spiel”.
Man kann das E-Mail-Spiel beherrschen. Aber erst muss man möglichst viele Spielzüge kennenlernen, üben und möglicherweise korrigieren.
Man muss sich mit Regeln auseinandersetzen.
Man muss wissen, dass es in dem E-Mail-Spiel immer um Gewinnen, Verlieren und selten nur um ein Unentschieden geht.
Man betreibt das E-Mail-Spiel auf sehr unterschiedlichen Böden, zu sehr unterschiedlichen Zeiten, manchmal bei Regen, manchmal bei Schnee, bei Nebel, bei Sonnenschein - und dann manchmal auch bei Stürmen! Die Finanz-Wirtschafts-Krise ist so eine Art Sturm! Aber immer muss man wissen, welche Regeln dann gelten. Immer dieselben Regeln, das funktioniert nicht!
Man kann das E-Mail-Spiel mehr oder weniger gut beherrschen. Manche sind in dem E-Mail-Spiel gerademal Kreisklasse, andere irgendwo Oberliga, wieder andere sind in der 2. Bundesliga oder gar in der 1. Bundesliga.
Ein Unternehmen täte gut daran, die Spielerinnen und Spieler, die in der Bundesliga spielen, rechtzeitig zu erkennen - und dann, nein, nicht für die Nationalmannschaft zu nominieren - und dann sie als E-Mail-Vorbilder (E-Mail-Power-User) aufzubauen und zu motivieren, ihnen vielleicht einen Trainer an die Seite zu stellen, der mitarbeiten und mit ihnen arbeiten kann.
Zwar nenne ich es E-Mail-Spiel, aber das Spiel ist E-Mail-ARBEIT!
Ein solcher Trainer muss das E-Mail-Spiel erklären können, muss die Mitspieler im Blick haben, muss den “Spiel-Gegner” analysieren können, muss geglückte E-Mail-Spiele erkennen und missglückte E-Mail-Spiele auswerten können. Ein solcher Trainer muss Spielzüge vermitteln und üben können, er muss auf ihre Umsetzung im echten Spiel achten - und muss fundiert kritisieren können. Und wieder motivieren können!
Irgendwie denke ich gerade an Thomas Schaaf von Werder Bremen oder auch Felix Magath oder auch Jogi Löw…….
Trainerinnen und Trainer, die schön an der Seitenlinie stehen und stets nur wiederholen, dass der Ball ins Tor muss, tut mir leid, die braucht die deutsche Wirtschaft nicht. Goldene E-Mail-Regeln haben in der Regel den Charakter dieses gedankenlosen Gemurmels: Ball ins Tor, Ball ins Tor, Ball ins Tor!
In den Unternehmen hat die Kreisklasse mit geschätzten 70% den höchsten Anteil, mit 20% folgt die Oberliga.
Für die 2. Bundesliga und für die 1. Bundesliga, für die wirklich produktiven und konstruktiven E-Mail-Spielerinnen und E-Mail-Spieler bleiben geschätzte 10%.
Das ist ein Trauerspiel und, meine Damen und Herren, ein Standort-Nachteil mit globalen Auswirkungen.
Aber auch schon 2. Bundesliga wäre ein gutes Ziel, was man sich vornehmen könnte.
E-Mail-Bundesligaspielerinnen und E-Mail-Bundesligaspieler sind sehr sensibel, sonst wären sie nicht, was sie für die E-Mail (und den funktionierenden schriftlichen Dialog im Unternehmen!) und in der E-Mail sind. Zwar haben sie eine Frustrationstoleranz, aber die ist irgendwann auch mal verbraucht - und sie verordnen sich quasi einen Zwangsabstieg in die Kreisklasse! Wahrscheinlich werden sie in absehbarer Zeit das Unternehmen verlassen oder die verbleibende Zeit absitzen.
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21.10.2009 von Gerald Fründt.
Telefon - ich bin ja nicht gerade ein Freund dieser technischen Errungenschaft, die Erreichbarkeit verspricht, aber dann doch nur häufig im Tuten endet!
Dennoch versuche ich es, wieder und wieder! Ich kann doch unmöglich recht haben?!
Dienstag, 20. Oktober 2009, ca. 12.15 Uhr
Der Briefträger wirft eine Postkarte in den Kasten. Ich friere, hole den Schlüssel, hole die Postkarte! Unser Hund Aki steht schwanzwedelnd vor mir: Darf ich schreddern?
Er liebt es, Postkarten sehr kleinteilig zu zerlegen!
Auf der Postkarte sind zwei Telefonnummern angegeben: Bitte vereinbaren Sie einen Liefertermin, da wir Ihnen ansonsten Lagerkosten in Rechnung stellen müssen.
Mittwoch, 21. Oktober 2009, ca. 9.15 Uhr - nach dem Frühstück, ich WILL den Liefertermin vereinbaren, weil ich gerade an der Terminplanung sitze.
Ruf(!)-Nummer 1: Tut …. Tut - ach wie frei klingt es in meinem Ohr, aber niemand geht dran!
Ruf(!)-Nummer 2: Tut …. Tut - ach wie frei klingt es in meinem Ohr, aber niemand geht dran!
Ich breche ab, schaue auf meinen Terminkalender - und denke, eigentlich jetzt ärgern. Nein, schreiben, über die nicht vorhandene E-Mail-Praxis, die mir jetzt sehr geholfen hätte.
Aber eine E-Mail-Adresse finde ich auf der Postkarte nicht - nur: wir möbeln Sie auf.
Also muss ich das später nochmal versuchen! Dumme Sache, und lästig. Nur nicht die Postkarte verlegen, die mit den Nummern - würde jemand einen Blick auf meinen Schreibtisch werfen, der jemand ahnte, was ich meinte!
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19.10.2009 von Gerald Fründt.
Kleine Bilanz der schriftlichen Kommunikation für die KW. 42
Verschickte geschäftliche E-Mail (b-2-b), die eine Antwort nahelegen: 22
Antworten auf meine E-Mail / Unbeantwortete E-Mails: 2/20
Antwort-Faktor: 0,1
Eingang Marketing E-Mail (mit Permission): 32
Marketing E-Mail mit Relevanz / mit 0-Relevanz für mein Geschäft: 2/30
Relevanz-Faktor: 0,07
Wie schaut dieses bei Ihnen persönlich aus - schreiben Sie mir eine E-Mail unter post[at]e-mail-praxis.com - ich freue mich und Sie bekommen eine Antwort!
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16.10.2009 von Gerald Fründt.
Ludwig Wittgenstein schrieb:
Die Sprache ist ein Labyrinth von Wegen. Du kommst von einer Seite und kennst dich aus; du kommst von einer anderen zur selben Stelle, und kennst dich nicht mehr aus.
Philosophische Untersuchungen, 203
Erinnert mich an die E-Mail, an die E-Mail in unseren Unternehmen! Wer Wege gehen will, sollte eine Ahnung von dem Labyrinth haben - und nicht ständig an eine einzig mögliche Lösung / Vorschrift glauben.
Übrigens, bei Yigg habe ich eine “Spekulation” laufen - wie das sein könnte mit der E-Mail und den DAX-Unternehmen.
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15.10.2009 von Gerald Fründt.
Achtung! E-Mail-Knigge wieder unterwegs!!
1946 (!) schrieb mal jemand ein Geleitwort…
Wissen Sie, wie Knigge ums Leben gekommen ist? …. Nein? …. Also: Adolph Freiherr von Knigge, der Verfasser des Buches “Über den Umgang mit Menschen” machte eine Seereise (Natürlich könnte es auch gut die E-Mail-Flut gewesen sein; Gerald Fründt).
Das Segelschiff, auf dem er fuhr, scheiterte im Sturm und sank. Als Knigge so im Wasser dahin schwamm, verzweifelt nach Land ausspähend, nahte sich ihm ein riesiger Haifisch (Könnte auch gut jemand aus der E-Mail-Knigge Zunft gewesen sein; Gerald Fründt).
Knigge zog den Dolch aus dem Gürtel, bereit, sein Leben zu verteidigen.
Da schaute ihn der Haifisch (Könnte auch gut jemand aus der E-Mail-Knigge Zunft gewesen sein; Gerald Fründt) erstaunt an, öffnete den Rachen und sagte mit vorwurfsvoller Stimme: “Aber Herr von Knigge, …. Fisch mit dem Messer?!”
Knigge zuckte zusammen, zögerte noch einen Augenblick, dann warf er den Dolch mit resignierter Gebärde in die Wellen. Der Haifisch verspeiste (der/die jemand ertränkte das Unternehmen mit E-Mail-Vorschriften; Gerald Fründt) den wehrlosen Schwimmer, und so kam der Freiherr von Knigge ums Leben.
Im ZDF-Morgenmagazin wurde allen Ernstes die “E-Mail-Vorschrift” verbreitet, man solle erst die E-Mail schreiben und dann den “Verteiler” aussuchen …..
Übrigens, das Geleitwort stammt aus dem Buch “Über den Umgang mit Menschen”, welches eines der ersten Bücher war, das von der Militärregierung in Deutschland wieder zugelassen wurde.
Sehr zu empfehlen!
Vor allem die praktischen Lebensweisheiten, die Erfahrungsregeln im Umgang mit Menschen - genau das habe ich auch in den 111-E-Mail-Regeln versucht - da ich praktisch erfahren habe, dass die E-Mail-Kommunikation wie ein “E-Mail-Spiel” ist, in dem jede und jeder kreativ und flexibel sein muss. Aber wie wird man das? E-Mail-Praxis.com!
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9.10.2009 von Gerald Fründt.
Einen Satz, eine Gedanken variierend wiederholen, um zu sehen, wie funktioniert denn der Satz, das Gedachte.
Variation 2
Jemand, der eine E-Mail schreibt, der eine E-Mail liest&versteht und der eine E-Mail beantwortet, er wirkt wie ein mehr oder weniger erfahrener Spieler.
In jedem Augenblick schreibt dieser jemand genau das, liest&versteht genau das und beantwortet genau das, was er meint, schreiben zu müssen, lesen&verstehen zu müssen, beantworten zu müssen.
Er handelt genau so, wie er verstanden hat, was die interne Kommunikation in diesem Unternehmen verlangt und erfordert.
Dieses “E-Mail-Spiel” setzt voraus, dass jemand ständig kreativ und flexibel sein muss, “um sich den unendlich variabel, niemals ganz gleichen Situationen anzupassen.”
Natürlich ist diese Jemand auch eine Frau.
Und nun?
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8.10.2009 von Gerald Fründt.
Zugegeben, die Sache mit dem Jörg Laederach hat mich beeinflusst - vielleicht auch, weil mein Kommentar zum Thema E-Mail-Literatur im Berliner Tagesspiegel veröffentlicht wurde.
Zumindest online - nachzulesen unter
http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/art138,2856648
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8.10.2009 von Gerald Fründt.
Variation eines Gedankens - siehe Beitrag von gestern …..
Die E-Mails schreiben, die E-Mails lesen&verstehen und die E-Mails beantworten, sie wirken wie mehr oder weniger erfolgreiche Spieler.
In jedem Augenblick schreiben sie genau das, lesen&verstehen sie genau das und beantworten sie genau das, was sie glauben, schreiben zu müssen, lesen&verstehen zu müssen, beantworten zu müssen.
Sie handeln so, wie sie verstanden haben, was die interne Kommunikation in diesem Unternehmen verlangt und erfordert.
Das setzt voraus, dass sie fortwährend kreativ und flexibel sein müssen, “um sich den unendlich variabel, niemals ganz gleichen Situationen anzupassen.”
Ein Unternehmen darf …..
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7.10.2009 von Gerald Fründt.
Satz 1:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den gegebenen Bedingungen. Das Ergebnis wollten auch die Handelnden nicht. (Karl Homann, ZEIT vom 24.09.2009)
Satz 2:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden / interpretiert / gedeutet wurden. Was also haben sie verstanden, was interpretiert, was gedeutet? (Gerald Fründt, Blog der Strategien des Schreibens vom 05.10.2009).
Satz 3:
Die von manchen, konservativen Kräften so genannte “E-Mail Flut” ist in meinen Augen und nach meinen Erfahrungen eine Krise der internen Kommunikation in den Unternehmen.
Satz 4:
Die Krise der internen Kommunikation (Pars pro toto: “E-Mail Flut”) ist das Ergebnis des rationalen Handelns derjenigen, die an der internen Kommunikation teilhaben. Das rationale Handeln geschieht unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden und interpretiert und gedeutet werden.
Satz 5 ist frei entwickelt nach Pierre Bourdieu, Rede und Antwort:
Die an der internen Kommunikation teilhaben, sie wirken wie (gute) Spieler, die in jedem Augenblick genau das kommunizieren, was sie glauben, kommunizieren zu müssen, was sie verstanden haben, was die interne Kommunikation in diesem Unternehmen verlangt und erfordert.
Das setzt voraus, dass sie fortwährend kreativ und flexibel sein müssen, “um sich den unendlich variabel, niemals ganz gleichen Situationen anzupassen. Das lässt sich durch mechanische Befolgung einer expliziten und (oder) kodifizierten Regel (z.B. E-MailKnigge) nicht erreichen.”
Satz 6:
Wenn aber Regeln nicht funktionieren, was kann man dann (noch) tun? Sehr philosophisch gesprochen - man muss denen, die an der internen Kommunikation teilhaben, den SINN des Spiels vermitteln, den SINN der internen Kommunikation nahebringen! Erst wenn der SINN der internen Kommunikation verinnerlicht ist, wird das wieder was. Und Regeln werden nur noch zu Spielregeln.
Das kann zu schwerwiegenden Problemen führen - wozu braucht es dann noch einen Bereich Interne Kommunikation? Lautsprecher werden dann sinnlos!
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5.10.2009 von Gerald Fründt.
In der ZEIT vom 24. September 2009 abgedruckt ist ein spannendes Gespräch zwischen den Wirtschaftsethikern Friedhelm Hengsbach und Karl Homann.
Zitat Herr Homann:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den gegebenen Bedingungen. Das Ergebnis wollten auch die Handelnden nicht.
Einspruch:
Herr Homann liefert die vollendete Beschreibung der sogenannten unsichtbaren Hand, viele Hände tun etwas, aber am Ende kommt etwas ganz anderes heraus. Deswegen sind die Handelnden aber nicht aus der Verantwortung.
Herr Homann greift zu kurz mit der Einführung der “Bedingungen”. Angemessener ist diese Formulierung: Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden / interpretiert / gedeutet wurden. Was also haben sie verstanden, was interpretiert, was gedeutet? Und E-Mail zeigt, dass bei dieser Handlung einiges im argen ist!
Zitat Herr Hengsbach:
Die Krise wurde mitverursacht durch den schleichenden Umbau des rheinischen Kapitalismus in den angelsächsischen Finanzkapitalismus.
Das passt wunderbar auf die Sprache:
Die Krise wurde mitverursacht durch den schleichenden Umbau des “rheinischen Sprachgebrauchs” in den “angelsächsischen Finanz-Sprachgebrauchs”.
Kleines Problem, was verstehe ich unter einem “rheinischen Sprachgebrauch”? Also, nochmal nachdenken!!!!
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