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E-Mail 2010 & die Welt

Dieser Eintrag stammt von Gerald Fründt Am 3.1.2010 @ 13:17 In Politik, ManagerInnen, E-Mail-Praxis, Unternehmen, Telefon, E-Mail, Dialog-Kultur, Schriftliches | Keine Kommentare

Frisch zum neuen Jahr gibt es eine echte Initiative: Kampf der E-Mail …. siehe

Nun, so gewaltig ist es dann doch nicht, aber ich kann mich eines Kommentares nicht bremsen:

Mal wieder die alte Geschichte: Rechte haben wollen sie alle, aber wenn es um die Pflichten geht, dann schaut lieber man weg.
Das Recht, eine E-Mail zu schicken, wollen sie alle haben. Aber die Pflicht, also die Verantwortung nicht nur für die eigene E-Mail, die will niemand haben.
Und so, wie es keine Bürger-Kultur gibt, gibt es auch keine E-Mail-Kultur. Und so, wie es keine Finanz-Kultur gibt, gibt es auch keine E-Mail-Kultur. Und so, wie es keine Umwelt-Kultur gibt, gibt es auch keine E-Mail-Kultur.

Dann - wenn jeder sich bei Xing, Facebook, StudiVZ, SchülerVZ quasi selbst vermarkten muss, warum sollte sie oder er das in der E-Mail unterlassen. Es gibt keinen Grund.
Wenn anstelle der Inhalte nur noch die Netz-Knoten zählen, warum sollte die E-Mail zurückstehen! Es gibt keinen Grund.

Dann - Schreiben! Welchen Wert hat in einer oral-dominierten Gesellschaft (TV, Talkshow, Meeting, Handy, Telefon) noch das Schreiben. Schreiben wird nicht wirklich gebraucht, Schreiben ist die Ausnahme-Situation! Und wenn alle Unfug oder Kompliziertes und Gerüchte schreiben, dann gehört der eigene Unfug sehr gut dazu, er fällt nicht mehr auf!

Dann - Lesen! Schon Kindern wird nicht mehr vorgelesen, das Lesen ist nicht erst seit PISA ein reales Problem der Volkswirtschaft. Denn Lesen&Verstehen muss man üben, üben, üben - aber es gibt in dieser Gesellschaft und Volkswirtschaft keine Übungs-Kultur, geschweige denn Übungs-Zeit.

Überhaupt Zeit: die Kulturen, auch die Un-Kulturen haben sich beschleunigt, denn nur so bekommen sie Aufmerksamkeit. Der Begriff “Flut” ist auch ein Synonym für Schnelligkeit.

Und so geht es zurück, von dem Nicht-Lesen-Können zum wirren Schreiben zu der Selbst-Vermarktung in Permanenz und dem ewigen Geschnatter zu dem Verlust all der Pflichten und dem ständigen Behaupten der Individual-Rechte.

Nur am Rande entwickelt sich langsam eine andere, eine neue Erkenntniss von dem kooperativen Menschen - nur wird der in dieser Wirtschaft eine Chance bekommen? Eher nicht!

P.S. Gerade sehe ich, dass der Kommentar in der gekürzten Version online ist!


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