Häufig zu findende Kritik an E-Mail:
Wir reden nicht mehr miteinander, wir schreiben statt dessen eine E-Mail.
Wer glaubt, durch ein persönliches Gespräch sein Anliegen besser gegenüber anderen vertreten zu können, der wird das persönliche Gespräch suchen und/oder ein Meeting veranstalten.
Wieder und wieder wird er oder sie das tun. Auch schlechte Gespräche oder Meetings, die wie immer mal wieder nichts gebracht haben, werden an dieser Festlegung kaum etwas ändern. Das nächste Gespräch wird folgen, das nächste Meeting.
Die E-Mail zu nutzen dürfte für diesen Typ eine gewisse Hürde darstellen.
Wer glaubt, durch ein Telefongespräch sein Anliegen nachhaltiger gegenüber jemand anderen vertreten zu können, der wird telefonieren. Sie oder Er wird es wieder und wieder tun. Auch „besetzt“, auch Klingeln bis in die Ewigkeit, auch AB´s, auch eilfertige Kollegen, auch schroffe Assistenzen etc. werden sie oder ihn vom Telefonieren nicht abbringen.
Auch für diesen Typ ist die E-Mail eher ein Buch mit sieben Siegeln. Allerdings könnte ich mir aus dieser Gruppe eine E-Mail mit diesem Inhalt vorstellen:
„Hi, dauernd ist bei Dir besetzt! Ruf mich an!!“
Oder gegenüber „Oben“:
„Hallo, kann es sein, dass Sie schwer am Telefon zu erreichen sind, wann würde es Ihnen denn mal passen?“
Denkbar, dass dieser Satz „Wir reden nicht mehr miteinander und schreiben statt dessen E-Mail!“ sehr gut von jemand aus der Telefon-Fraktion oder von jemand aus der Gesprächs-Fraktion geäußert wurde.
Aber – wenn es weder die einen noch die anderen sind, dann gibt es ein Problem! Ein dramatisches Problem!
Ein Brief sollte nicht das Gespräch ersetzen, ebensowenig ist die E-Mail in der Welt, um an die Stelle eines Gespräches zu treten. Das ist nicht die Aufgabe der E-Mail, das ist nicht ihre Funktion.
Wird die E-Mail aber zu einem Ersatz, dann stimmt etwas mit den Gesprächen nicht mehr, dann wird mit Gesprächen und in Gesprächen eher Missbrauch betrieben. Dann muss man sich die formellen und informellen Gespräche anschauen, was denn da eigentlich passiert.
Und man KANN sich den E-Mail-Verkehr anschauen, man KANN einfach mal zählen, wieviel an einem Tag von welcher E-Mail-Adresse an welche E-Mail-Adresse(n) geschickt wird. Man KANN die Zeiten auswerten, wann denn die meisten E-Mails verschickt werden – vielleicht bemerken Sie dabei, dass die meisten E-Mails unmittelbar nach Ende eines großen Meetings herumfliegen, wie mag da wohl das Meeting gewesen sein?
Und man KANN Führungskräfte bitten, eine kleine persönliche Auswertung zu machen, was denn in den E-Mails überhaupt verhandelt wird.
Und man KANN ins Intranet Fragen stellen, um anonym herauszufinden, was denn die wirklichen Gründe sind, warum so viel E-Mails unterwegs sind, dass man nicht mehr dazu kommt, miteinander zu reden? Und man KANN dabei auch gleich fragen, ob es denn wirklich zu viel E-Mails sind – gern unterstütze ich Sie in diesem Projekt! Denn Erfahrungen habe ich bereits ….
Aber zurück: Die E-Mail ist dafür gedacht, wenn man aus organisatorischen oder situativen Gründen nicht in den direkten Kontakt treten kann, dafür ist die E-Mail gedacht.
Ein wichtiger Grund, der aus der Situation entsteht, ist die gewollte Rücksichtnahme: E-Mail schreiben aus Rücksichtnahme (Regel 11)
Hier geht es jetzt zu der Regel 11 aus den 111-E-Mail-Regeln:
E-Mail-Praxis.com
Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.