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Ich & unbedachtes Schreiben wie E-Mail

Dieser Eintrag stammt von Gerald Fründt Am 14.5.2010 @ 10:10 In Social Media, Dialog-Kultur, Kunden | Keine Kommentare

In einem [1] Forum finde ich diesen Beitrag:

Hallo,
ich möchte hier nun mein Logbuch veröffentichen, hoffe bin hier richtig.

Meine kurze Analyse.

(01) Satzanfang mit dem Pronomen “ich” und dem Modalverb “möchte”. Kern der bedeutungstragenden Silbe ist der Diphtong “ö”.

(02) Am Satzende folgt das Verb “etwas veröffentlichen”. Nach dem Präfix “ver-” wiederholt sich der Diphtong “ö” aus dem Modalverb. Das Verb ist abgeleitet aus dem Adjektiv “öffent-lich”, was man öffentlich macht, veröffentlicht man.

(03) Die dritte Silbe des Verbes “-lichen” wird anders geschrieben, denn das “l” entfällt und aus dem vorgesehenen “lich” wird ein unvorhergesehenes “Ich”.

(04) Die Satzanfangsstruktur “ich + [ö]” wiederholt sich am Satzende, nur in der umgekehrten Reihenfolge: “[ö] + (l)ich”. Das persönliche “ich” umklammert das angesprochene “mein Logbuch”, als möchte es dieses schützen. Wohl wissend, dass das nicht geht.

(05) Der folgende Satz ist deswegen (!) elliptisch, ein wesentliches Element wird weggelassen: “ich” fehlt! Und dieses Fehlen ist zweifach:
Wer hofft = [ich] hoffe
Wer ist richtig = [ich] bin hier richtig.

So arbeitet Sprache, die Sprache in uns, die Sprache mit uns.


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[1] Forum: http://www.klartraumforum.de/forum/showthread.php?tid=8160

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