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Archiv der Kategorie Intern

Kommunikationsdienstleister und E-Mail

Wie geht ein Kommunikationsdienstleister mit E-Mail um - schlicht und einfach laienhaft! Da helfen keine E-Mail-Kniggler, da helfen keine E-Mail freien Tage, da hilft nur: tägliche Arbeit an und mit der E-Mail-Praxis, liebe Alice!

Und die tägliche Arbeit beginnt bereits mit der klärenden Schreibweise von E-Mail. In dem Artikel der Mobilfunk-Talk.de News (Dienstag, den 10.11.09 16:08 / http://bit.ly/1859va) wird die E-Mail so geschrieben:

– Kundendaten per Email (Schreibweise 1) weitergegeben …
– Über hundert Mails (Schreibweise 2) soll ein Alice-Kunde empfangen haben.
– Der Empfänger der Mails (Schreibweise 2) sagte gegenüber dem NDR :”Ich hatte auf einmal 172 Mails (Schreibweise 2) im Ordner und wusste gar nicht, wo die auf einmal hergekommen sein könnten – bis ich dann feststellte, dass das Daten für Alice sind”
– Grund für die Panne ist die E-Mail-Adresse (Schreibweise 3) des 48-Jährigen. Ende Oktober hatte er sich “alice@alice.de” gesichert. Versehentlich wurden die E-Mails (Schreibweise 3) von Kunden auf diese dann umgeleitet.

Ich finde, es ist wahrlich kein Wunder, dass Alice intern Kundendaten per E-Mail hin- und herzuschicken scheint, wenigstens 172 mal. Ist doch alles egal - oder?!?

E-Mail-Regeln

Denke darüber nach: Jede Unternehmung hat ihre eigenen E-Mail-Regeln. Sie aufzunehmen, sie zu bewerten, sie weiterzuentwickeln und ihnen neue E-Mail-Regeln an die Seite zu geben, das ist die AUFGABE, das ist der JOB, das ist das PROJEKT!

Regel ist einmal das, was vorgeschrieben wird. Regel ist zum anderen das, was immer wieder und so in dieser Art und Weise geschieht. Die Wiederholungen sind so eindrucksvoll oder häufig, man denkt, es könne gar nicht anders sein. Aus der Regel wird die Regel.

Denke darüber nach: Jede Unternehmung habe ihre eigenen E-Mail-Regeln.

E-Mail in D. Kreisklassen-Niveau

Schriftliche Dialoge führen, also E-Mail nutzen (oder einen Blog oder ein Memo oder einen Bericht), schriftliche Dialoge führen ist ein sehr ernstes “Spiel”.

Man kann das E-Mail-Spiel beherrschen. Aber erst muss man möglichst viele Spielzüge kennenlernen, üben und möglicherweise korrigieren.
Man muss sich mit Regeln auseinandersetzen.
Man muss wissen, dass es in dem E-Mail-Spiel immer um Gewinnen, Verlieren und selten nur um ein Unentschieden geht.

Man betreibt das E-Mail-Spiel auf sehr unterschiedlichen Böden, zu sehr unterschiedlichen Zeiten, manchmal bei Regen, manchmal bei Schnee, bei Nebel, bei Sonnenschein - und dann manchmal auch bei Stürmen! Die Finanz-Wirtschafts-Krise ist so eine Art Sturm! Aber immer muss man wissen, welche Regeln dann gelten. Immer dieselben Regeln, das funktioniert nicht!

Man kann das E-Mail-Spiel mehr oder weniger gut beherrschen. Manche sind in dem E-Mail-Spiel gerademal Kreisklasse, andere irgendwo Oberliga, wieder andere sind in der 2. Bundesliga oder gar in der 1. Bundesliga.
Ein Unternehmen täte gut daran, die Spielerinnen und Spieler, die in der Bundesliga spielen, rechtzeitig zu erkennen - und dann, nein, nicht für die Nationalmannschaft zu nominieren - und dann sie als E-Mail-Vorbilder (E-Mail-Power-User) aufzubauen und zu motivieren, ihnen vielleicht einen Trainer an die Seite zu stellen, der mitarbeiten und mit ihnen arbeiten kann.
Zwar nenne ich es E-Mail-Spiel, aber das Spiel ist E-Mail-ARBEIT!

Ein solcher Trainer muss das E-Mail-Spiel erklären können, muss die Mitspieler im Blick haben, muss den “Spiel-Gegner” analysieren können, muss geglückte E-Mail-Spiele erkennen und missglückte E-Mail-Spiele auswerten können. Ein solcher Trainer muss Spielzüge vermitteln und üben können, er muss auf ihre Umsetzung im echten Spiel achten - und muss fundiert kritisieren können. Und wieder motivieren können!
Irgendwie denke ich gerade an Thomas Schaaf von Werder Bremen oder auch Felix Magath oder auch Jogi Löw…….

Trainerinnen und Trainer, die schön an der Seitenlinie stehen und stets nur wiederholen, dass der Ball ins Tor muss, tut mir leid, die braucht die deutsche Wirtschaft nicht. Goldene E-Mail-Regeln haben in der Regel den Charakter dieses gedankenlosen Gemurmels: Ball ins Tor, Ball ins Tor, Ball ins Tor!

In den Unternehmen hat die Kreisklasse mit geschätzten 70% den höchsten Anteil, mit 20% folgt die Oberliga.
Für die 2. Bundesliga und für die 1. Bundesliga, für die wirklich produktiven und konstruktiven E-Mail-Spielerinnen und E-Mail-Spieler bleiben geschätzte 10%.
Das ist ein Trauerspiel und, meine Damen und Herren, ein Standort-Nachteil mit globalen Auswirkungen.
Aber auch schon 2. Bundesliga wäre ein gutes Ziel, was man sich vornehmen könnte.

E-Mail-Bundesligaspielerinnen und E-Mail-Bundesligaspieler sind sehr sensibel, sonst wären sie nicht, was sie für die E-Mail (und den funktionierenden schriftlichen Dialog im Unternehmen!) und in der E-Mail sind. Zwar haben sie eine Frustrationstoleranz, aber die ist irgendwann auch mal verbraucht - und sie verordnen sich quasi einen Zwangsabstieg in die Kreisklasse! Wahrscheinlich werden sie in absehbarer Zeit das Unternehmen verlassen oder die verbleibende Zeit absitzen.

Wittgenstein, Labyrinth, E-Mail

Ludwig Wittgenstein schrieb:

Die Sprache ist ein Labyrinth von Wegen. Du kommst von einer Seite und kennst dich aus; du kommst von einer anderen zur selben Stelle, und kennst dich nicht mehr aus.
Philosophische Untersuchungen, 203

Erinnert mich an die E-Mail, an die E-Mail in unseren Unternehmen! Wer Wege gehen will, sollte eine Ahnung von dem Labyrinth haben - und nicht ständig an eine einzig mögliche Lösung / Vorschrift glauben.

Übrigens, bei Yigg habe ich eine “Spekulation” laufen - wie das sein könnte mit der E-Mail und den DAX-Unternehmen.

E-Mail Satz Variation 2

Einen Satz, eine Gedanken variierend wiederholen, um zu sehen, wie funktioniert denn der Satz, das Gedachte.

Variation 2

Jemand, der eine E-Mail schreibt, der eine E-Mail liest&versteht und der eine E-Mail beantwortet, er wirkt wie ein mehr oder weniger erfahrener Spieler.
In jedem Augenblick schreibt dieser jemand genau das, liest&versteht genau das und beantwortet genau das, was er meint, schreiben zu müssen, lesen&verstehen zu müssen, beantworten zu müssen.
Er handelt genau so, wie er verstanden hat, was die interne Kommunikation in diesem Unternehmen verlangt und erfordert.

Dieses “E-Mail-Spiel” setzt voraus, dass jemand ständig kreativ und flexibel sein muss, “um sich den unendlich variabel, niemals ganz gleichen Situationen anzupassen.”

Natürlich ist diese Jemand auch eine Frau.

Und nun?

Hört auf, die E-Mail statisch zu sehen!

Variation eines Gedankens - siehe Beitrag von gestern …..

Die E-Mails schreiben, die E-Mails lesen&verstehen und die E-Mails beantworten, sie wirken wie mehr oder weniger erfolgreiche Spieler.
In jedem Augenblick schreiben sie genau das, lesen&verstehen sie genau das und beantworten sie genau das, was sie glauben, schreiben zu müssen, lesen&verstehen zu müssen, beantworten zu müssen.
Sie handeln so, wie sie verstanden haben, was die interne Kommunikation in diesem Unternehmen verlangt und erfordert.

Das setzt voraus, dass sie fortwährend kreativ und flexibel sein müssen, “um sich den unendlich variabel, niemals ganz gleichen Situationen anzupassen.”

Ein Unternehmen darf …..

E-Mail: Philosopie vom Sinn

Satz 1:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den gegebenen Bedingungen. Das Ergebnis wollten auch die Handelnden nicht. (Karl Homann, ZEIT vom 24.09.2009)

Satz 2:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden / interpretiert / gedeutet wurden. Was also haben sie verstanden, was interpretiert, was gedeutet? (Gerald Fründt, Blog der Strategien des Schreibens vom 05.10.2009).

Satz 3:
Die von manchen, konservativen Kräften so genannte “E-Mail Flut” ist in meinen Augen und nach meinen Erfahrungen eine Krise der internen Kommunikation in den Unternehmen.

Satz 4:
Die Krise der internen Kommunikation (Pars pro toto: “E-Mail Flut”) ist das Ergebnis des rationalen Handelns derjenigen, die an der internen Kommunikation teilhaben. Das rationale Handeln geschieht unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden und interpretiert und gedeutet werden.

Satz 5 ist frei entwickelt nach Pierre Bourdieu, Rede und Antwort:
Die an der internen Kommunikation teilhaben, sie wirken wie (gute) Spieler, die in jedem Augenblick genau das kommunizieren, was sie glauben, kommunizieren zu müssen, was sie verstanden haben, was die interne Kommunikation in diesem Unternehmen verlangt und erfordert.
Das setzt voraus, dass sie fortwährend kreativ und flexibel sein müssen, “um sich den unendlich variabel, niemals ganz gleichen Situationen anzupassen. Das lässt sich durch mechanische Befolgung einer expliziten und (oder) kodifizierten Regel (z.B. E-MailKnigge) nicht erreichen.”

Satz 6:
Wenn aber Regeln nicht funktionieren, was kann man dann (noch) tun? Sehr philosophisch gesprochen - man muss denen, die an der internen Kommunikation teilhaben, den SINN des Spiels vermitteln, den SINN der internen Kommunikation nahebringen! Erst wenn der SINN der internen Kommunikation verinnerlicht ist, wird das wieder was. Und Regeln werden nur noch zu Spielregeln.

Das kann zu schwerwiegenden Problemen führen - wozu braucht es dann noch einen Bereich Interne Kommunikation? Lautsprecher werden dann sinnlos!