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Archiv der Kategorie Kultur

Die FDP als Partei & die E-Mail

E-Mail macht öffentlich, was im Verborgenen lustig vor sich hinschlummert. Oder - E-Mail rückt Sichtweisen in diese oder auch in jene Richtung.
Denn E-Mail ist schnell. Denn E-Mail ist autonom! E-Mail schmeißt manchmal auch Steine ….

Ob es “Steine” sind, und wie groß und so weiter - das beantwortet nur die E-Mail selbst.

Also meine Bitte aus der E-Mail-Praxis.com: Kann ich die Original-E-Mail bekommen, über die in dem Artikel gesprochen wird.

Bitte an post[at]e-mail-praxis.com - ein herzliches Danke!
Gerald Fründt

P.S. Ich hatte schonmal an die FDP eine E-Mail geschr……….

E-Mail & Niedersächsische Innovationen

Niedersächsische Innovationen …. auf der CeBIT2010

Jemand von VW hält ein kurzes Referat:
“Im Netz wird viel über Volkswagen gesprochen …. ” - gemeint war jedoch, “geschrieben”. Man erkennt, wie sehr das “Netz” eigentlich als ein Ort der Mündlichkeit angesehen und erfahren wird. Die E-Mail hat ja auch so viel von der Mündlichkeit, erzähle ich in der E-Mail-Praxis.com!

Jemand von VW hält ein kurzes Referat - und es steht an der Wand in der Präsentation das Wort “Rechtwesen”, ein Wesen, welches immer irgendwie recht zu haben scheint, ein gefühlter Rechthaber sozusagen.
Vorgelesen wird allerdings “Rechtswesen”.
Es gilt das gesprochene Wort, das geschriebene hingegen verrät eine Denkweise.

Jemand von der Continental AG hält ein kurzes Referat - es fällt der Begriff “Enterprise2.0@conti”.
Für was man alles den Klammer-Affen “@” verwenden kann, und dann noch das trendige 2.0, und dann noch das hammerharte “Enterprise”. Bei der Continental AG scheint einiges durcheinander geraten zu sein…..

Jemand von der Continental AG hält ein kurzes Referat - es fällt der Begriff “Toollandschaft”, die “bereitgestellt” werden soll.
Wie geht denn das, was sind denn “Tools” (Mittel), und was ist eine Landschaft …. irgendwie geistert in meinem Kopf das Wort “Mittelgebirge” herum.

Solange es solch niedersächsische Innovationen gibt, ist mir um das Land nicht bange ……

Höflichkeit und E-Mail

Zunächst kleine Klärung:
1. höflich - anderen den Umgangsformen gemäß aufmerksam und rücksichtsvoll begegnen.
2. Mittelhochdeutsch: hovelich = dem Hof angemessen.
3. Wer höflich ist, zeigt Höflichkeit!

Eine Studie kommt zu dem bemerkenswerten Ergebnis, dass in einer E-Mail-Antwort “Höflichkeit” erwartet wird.
Die Studie sagt nicht, wie sie “Höflichkeit” definiert - und damit verliert das Ergebnis jede Relevanz.

Denn “Höflichkeit” an sich gibt es ebensowenig wie ein “E-Mail-Knigge” an sich.
“Höflichkeit” zeigt sich immer nur in konkreten und aktuellen Zusammenhängen (Kontexten) und Situationen.
Was in der einen Situation als “höflich” interpretiert werden könnte, ist in der anderen Situation “Heuchelei” und in einer dritten Situation eine “Frechheit” - schon mal dem Begriff “sch…-höflich” nachgegangen?
“Höflichkeit” ist (!) immer noch und weiterhin die Art und Weise, wie man sich am Hof verhält!

Und dann schaue man mal auf seinen “Hof”, und ob man mit seinem Unternehmen eigentlich so etwas ist, wie ein “Hof” mit “Höflichkeit” - so, liebe Studien-Freunde, muss an die Sache herangegangen werden, will man Kunden verstehen!

Übrigens: Sowohl von der FDP als auch aus dem Außenministerium liegt bis heute keine Antwort vor, ich betrachte das als UNHÖFLICH!
Gell!

Mister Westerwelle continued …..

Aussprache im Bundestag - ja.
Aussprache in E-Mail - Fehlanzeige.
Aussprache in Twitter - Fehlanzeige.

Kleine E-Mail-Anfrage - Inhalt - an das Auswärtige Amt weiterhin unbeantwortet.
Kleine E-Mail-Anfrage an die FDP - weiterhin unbeantwortet. Dort steht noch nichteinmal fest, ob die überhaupt die E-Mail bekommen haben. Merkwürdig.
Steht die FDP nicht mehr hinter dem Außenminister?
Merkwürdig!

B. Pascal & E-Mail

Bei der Arbeit an dieser Siemens-E-Mail gehen mir hunderte Gedanken durch den Kopf.

Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich eine kürzere E-Mail geschrieben, frei nach B. Pascal oder jemand anderen ….

An dem Wortreichtum einer E-Mail erkenne, wieviel Zeit sich Dein Gegenüber genommen hat. Er zeigt Dir, keinen gehabt zu haben, und macht deswegen viele Worte. Und schreibt ungenaue Worte. Und sehr viel ungenaue Worte.

Die Analyse der Siemens E-Mail zeigt eines nebenbei: Über den empfundenen Zwang zum Schreiben ( + Reden) geht die Zeit verloren, nach genauen, passenden Worten zu suchen. Und, was noch nachteiliger für all die Unternehmen und Wirtschaft ist, dieser Zwang schafft Simplizität in allen Angelegenheiten und Sachen.

Schreiben jedoch muss Strukturen schaffen, muss verzweigende und zusammenlaufende Prozesse schreiben, muss Verhältnisse schreiben.

Und man rede sich nicht heraus! In der Sentenz von Pascal steht nicht “kurze E-Mail”!

Es wird nur geschrieben / geredet - aber das Schreiben / Gerede hat keinen Nutzen mehr. Eine Irritation hier, ein Wortschwall dort, schon geht es weiter wie bisher.
Aber auch das ist nur Geworden!

Interne E-Mail-Analyse Siemens (4)

…. Sonnenallee war gut gestern, heute werde ich dann auch wieder dort sein, aber zwischenzeitlich die Fortsetzung ….
und ich muss die nächsten Schritte für den Satz VIII. machen!

[VIII.] im anschluss habe ich unter 4 augen herrn c. (….) ihre aussagen in der letzten pa-sitzung zu compliancethemen und meine ergaenzenden ausfuehrungen informiert.

24. Hätte, wäre, würde, darf es in der Wirtschaft (Siemens)-E-Mail nicht geben ……

Hätte man den Satz mit [ich] angefangen, hätte man auf diese Geschichte „unter 4 augen“ verzichten können. Das kann möglicherweise aber nicht die Absicht sein, warum nicht?
Zunächst bemerkenswert ist die Schreibweise [4] – eine Zahl, die nicht ausgeschrieben wird, wie es die Rechtschreibung, auch die neue vorsieht. Herr Neubürger riskiert hier unterschiedliche Möglichkeiten:

(a) In E-Mail schreibt man stets hastig, gehetzt und weil das viel mit SMS zu tun hat, deswegen [4] und nicht „vier“. Aber wenn man in Eile ist – warum verzichtet man nicht auf die ganze Formulierung, wie eben gezeigt?

(b) Der wirtschaftliche Kontext muss erwähnt werden, also echte Zahlen, Nüchternheit, Klarheit. Möglich, dass „unter vier Augen“ eine zu große persönliche Nähe darstellt. Und vielleicht möchte man genau diesen Eindruck nicht erwecken, es menschelt zu sehr.

( c) Mit der Nüchternheit wird aber noch eine weitere Sache hervorgehoben – bei diesem Gespräch gab es keine Zeugen! Und das hat Konsequenzen für die gesamte E-Mail: Nur ich, der Autor entscheide über das, was wie zu schreiben ist, was hinzu zufügen ist, was wegzulassen ist. Man muss sich notwendigerweise auf mich verlassen, ich kenne die Wahrheit! Zahlen sind unbestechlich.
Aber das ist doch alles gar nicht relevant, könnte man jetzt sagen. Eben! Trotzdem wird es geschrieben.

25. Satzstruktur irgendwie kompliziert

Angedeutet habe ich es schon, irgendwie kompliziert dieser ganze Satz. Wer das Subjekt ist, einfach [ich = der Schreiber, der E-Mail-Absender).
Wer das Objekt ist, ebenfalls einfach, nämlich der Herr Cromme. Aber der steht da nicht in dem Satz, sondern [herrn c.]. Wieder die Kleinschreibung wie in dem vorhergehenden Satz, nun wird aber der Name abgekürzt. Die Logik könnte sein, dass der Name im vorausgehenden Satz ja genannt ist, die Leser folglich wissen, wer gemeint ist und man deswegen die Zeit sparen kann. Allerdings wird der Name im übernächsten Satz wieder ausgeschrieben, also kann es das Argument der Ökonomie nicht sein. Schade.
Eine Erklärung für das abgekürzte c., also in der nicht vollen Sichtbarkeit des Namens, könnte dieses [unter 4 augen] sein, und der dort erkennbare Versuch der Nüchternheit. Oder das Fehlen der Zeugen, weil man ja irgendwie das juristische Sprachfeld im Hinterkopf hat. Und wenn man in der Öffentlichkeit über juristische Sprachfelder schlendert, und eine Person taucht auf, dann taucht diese nur noch mit ihrem Initial auf.

26. Prädikate spielen mit Fäden ….

Das Prädikat des Satzes [habe informiert] ist im Tempus identisch mit dem vorangehenden, aber in der Bedeutung wird eine Alternative eingeführt. Obgleich sich das „briefing“ fortsetzt, wird es nun mit dem Etikett „informieren“ versehen. Erklärbar ist dieses nur über den immer offensichtlicher werdenden Wechsel von dem Manager-Sprachfeld in das Juristen-Sprachfeld. Warum wechselt Herr Neubürger?

Von dem Prädikat abhängig sind zwei durch ein [und] abgetrennte Satzglied-Komplexe.
Satzglied-Komplex 1: [ihre aussagen in der letzten pa-sitzung zu compliancethemen]
Satzglied-Komplex 2: [meine ergaenzenden ausfuehrungen].
Das [und] zeigt es an: hier baut sich etwas zusammen auf und wird irgendwie groß.

Zunächst Satzglied-Komplex 1: die auffallende Stellungsvariation setzt sich fort. Wieder wird nicht die eindeutige Stellung der Satzglieder gewählt, sondern sie werden vertauscht. Wäre es um Eindeutigkeit und Transparenz gegangen, hätte man den Komplex so aufbauen müssen:
[über ihre aussagen zu compliancethemen in der letzten pa-sitzung]

Dem Schreiber scheint die [pa-sitzung] noch ziemlich präsent zu sein, er hört quasi noch die Aussagen, er ist ganz in der erlebten Situation [ = pa-sitzung] und verliert in diesem Schwung aus den Augen, worauf sich die Aussagen bezogen. Also, der Inhalt ist – wie die Stellung zeigt – drittrangig, erstrangig ist das Reden, dann die Sitzung.
[sitzung] ist eher juristisches bzw. Verwaltungs-Sprachfeld, als Manager-Sprachfeld. Dort hätte man von PA-Meeting gesprochen.

…. alles klar, was hier geschehen lassen wird? Ich muss wieder, aber weiter geht es demnächst genau an dieser Stelle!

P.S. Von dem angesprochenen Unternehmen habe ich noch keine E-Mail bekommen!

E-Mail-Knigge - immer derselbe Mist

In einem netten Kommentar zu mal wieder “E-Mail-Knigge” schreibt da jemand recht aufgebracht: immer derselbe Mist, der da gebetsmühlenartig durchgekaut wird. Sie oder er hat ja recht!
Es muss immer derselbe Mist sein, denn es sind ja “Experten”. “Experten” sagen immer wieder die Zukunft falsch voraus, “Experten” liegen schief mit ihren Prognosen, “Experten” haben Expertise! Finanz-Experten haben eindrucksvoll bewiesen, was all ihre Expertise wert ist! Bad Banks.
Es gibt in D. ein Problem mit sogenannter Expertise und mit Experten, erst recht mit “E-Mail-Knigge Experten”. Könnte man das Problem doch auslagern in Bad Tipps oder so …

Mehr Rücksicht auf Kundenbedürfnisse - die E-Mail hat es!

Rechtzeitig vor dem Beginn der CallCenterWorld 2010 stellen VerbraucherInnen dem Telefon-Service ein vernichtendes Urteil aus:
Mehr als 80% der Verbraucher finden Warteschleifen “frustierend” oder “sehr frustrierend” (Studie Accenture).
Außerdem nervig sind
- den Kundendienst wegen der gleichen Angelegenheit mehrmals kontaktieren zu müssen
- oder ihre Angaben wiederholen zu müssen.

Leute, aber das ist das Telefon-System, so funktioniert die System-Logik des Calls, und man täte gut daran, endlich genauer hinzuschauen! Selfservices, weitere Technik also, kann jedenfalls nicht die Lösung sein!

Die wichtigste Möglichkeit, die Call-Center und Kundendienste haben, den Verbaucher-Frust zu dämpfen, ist natürlich die E-Mail!

1. E-Mail zwingt den Verbraucher in keine Warteschleife, E-Mail macht einfach nicht das Versprechen, der sofortigen Ansprechbarkeit!

2. Die Häufigkeit des Kontaktes reduziert die E-Mail, den die “Angelegenheit” lässt sich prozess-technisch günstiger vermitteln. Eine Zwischenbericht etwa kostet ein paar Cent, per E-Mail - bei Telefon / Call ist der Prozess viel zu aufwändig, der Verbraucher muss am Drücker bleiben etc.

3. E-Mail hat alle Angaben und diese sofort beim Unternehmen - der Verbraucher muss sie nicht wiederholen. Als Unternehmen muss man allerdings in der Lage sein, richtig zu lesen und zu verstehen - ein Schritt in meinen E-Mail-Praxis-Schulung und Trainings.

Allerdings setzt diese Lösung eines voraus: E-Mail-Kompetenz bei den Call-Centern und Kundendiensten - und da mangelt es erheblich. Wir sind viel zu lange durch das Telefon geprägt worden! Das rächt sich jetzt!

So ist E-Mail-Werbung!

Ist Ihnen schon mal aufgefallen und bewusst geworden, dass man in Deutschland mehr E-Mail-Werbung erhält als E-Mail-Antworten?

Und dass man in Deutschland regelmäßig E-Mail-Werbung bekommt, fast kann man seinen Kalender danach stellen! Aber regelmäßig gibt es auch keine E-Mail-Antworten!

Und dass man in Deutschland in der E-Mail-Werbung 1001 Dinge angepriesen bekommt, die man kaufen soll. Wer hat schon so viel Geld. Nahezu stoisch geht das Preisen weiter!
Aber in Deutschland eine vernünftige, angemessene und nachvollziehbare E-Mail-Antwort zu bekommen, dass ist dann ein Märchen! Nahezu stoisch geht das Schweigen weiter.

Ich sehe hier zwischen zwei aufregenden Felswänden einen tiefen Abgrund - auf der einen Seite die E-Mail-Werbung, die überhaupt nichts mit mir persönlich zu tun haben will, sondern nur verkaufen, Sale!!!
Auf der anderen Seite die Legionen der verschwiegenen E-Mail-Antworten, die mit mir persönlich etwas zu tun haben könnten, würden sie gegeben.

Und der Abgrund? Vielleicht ist der Abgrund ein solcher Satz:
Sprache ist ein Ausschnitt der Wirkungsweise in der Kommunikation.
(Zitat aus einer Ankündigung bei dem Business-Kontakt-Portal Xing)

Ich verstehe ihn nicht, aber ziemlich durchgeknallt hört er sich schon an. Im Abgrund werden laufend solche Sprach-China-Böller gezündet - als sei jeder Tag Silvester!

E-Mail & Koordination in Unternehmen

(01) E-Mail ist Koordination. Eine E-Mail schreiben ist koordinieren. Das ist das Ergebnis, beobachte ich nicht nur die E-Mail-Kommunikation, aber dort ganz besonders auffallend, IN den Unternehmen und Organisationen.

(02) E-Mail ist Koordination. Erst dann folgt - wenn die E-Mail wirkt - erst dann folgt Kooperation. Und dann - wenn die E-Mail weiterwirkt - folgt Kommunikation.

(03) Eine E-Mail schreiben ist koordinieren. Und sofort stehen da die beiden Seiten der E-Mail: was wird geschrieben und wie funktioniert das Geschriebene.

(04) Schaue ich auf die Seite “Was-wird-geschrieben”, schon tauchen die Herausforderungen auf, über die ich hier in meinem Blog laufend nachdenke und schreibe. Denn auf dieser Seite geht es um die Auswahl und Entscheidung für bestimmte “Hey-Worte” oder für allgemein gebräuchliche Worte oder um seltenere Worte oder um noch seltenere Worte, so dass diese ganz besonders auffallen und so einen ganz eigenen Beitrag zur Koordination leisten.

(05) E-Mail ist Koordination - und das habe ich jetzt erst einmal hier stehen. Dennoch als Zusammenfassung:

Koordination = das Abstimmen verschiedener Dinge, Vorgänge, Arbeiten, Prozesse etc. aufeinander (physiologisch: Zusammenspiel der Muskeln zu bestimmten beabsichtigten Bewegungen).

Kooperation = die Zusammenarbeit, das Zusammenwirken. Jemand kann kooperativ sein oder sich der Kooperation verweigern.

Kommunikation = Verkehr, Umgang, Verständigung zwischen den Menschen. Jemand kann kommunikativ sein, großen Wert auf die Kommunikation legen, eine besondere Kompetenz besitzen.