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3.1.2010 von Gerald Fründt.
Frisch zum neuen Jahr gibt es eine echte Initiative: Kampf der E-Mail …. siehe
Nun, so gewaltig ist es dann doch nicht, aber ich kann mich eines Kommentares nicht bremsen:
Mal wieder die alte Geschichte: Rechte haben wollen sie alle, aber wenn es um die Pflichten geht, dann schaut lieber man weg.
Das Recht, eine E-Mail zu schicken, wollen sie alle haben. Aber die Pflicht, also die Verantwortung nicht nur für die eigene E-Mail, die will niemand haben.
Und so, wie es keine Bürger-Kultur gibt, gibt es auch keine E-Mail-Kultur. Und so, wie es keine Finanz-Kultur gibt, gibt es auch keine E-Mail-Kultur. Und so, wie es keine Umwelt-Kultur gibt, gibt es auch keine E-Mail-Kultur.
Dann - wenn jeder sich bei Xing, Facebook, StudiVZ, SchülerVZ quasi selbst vermarkten muss, warum sollte sie oder er das in der E-Mail unterlassen. Es gibt keinen Grund.
Wenn anstelle der Inhalte nur noch die Netz-Knoten zählen, warum sollte die E-Mail zurückstehen! Es gibt keinen Grund.
Dann - Schreiben! Welchen Wert hat in einer oral-dominierten Gesellschaft (TV, Talkshow, Meeting, Handy, Telefon) noch das Schreiben. Schreiben wird nicht wirklich gebraucht, Schreiben ist die Ausnahme-Situation! Und wenn alle Unfug oder Kompliziertes und Gerüchte schreiben, dann gehört der eigene Unfug sehr gut dazu, er fällt nicht mehr auf!
Dann - Lesen! Schon Kindern wird nicht mehr vorgelesen, das Lesen ist nicht erst seit PISA ein reales Problem der Volkswirtschaft. Denn Lesen&Verstehen muss man üben, üben, üben - aber es gibt in dieser Gesellschaft und Volkswirtschaft keine Übungs-Kultur, geschweige denn Übungs-Zeit.
Überhaupt Zeit: die Kulturen, auch die Un-Kulturen haben sich beschleunigt, denn nur so bekommen sie Aufmerksamkeit. Der Begriff “Flut” ist auch ein Synonym für Schnelligkeit.
Und so geht es zurück, von dem Nicht-Lesen-Können zum wirren Schreiben zu der Selbst-Vermarktung in Permanenz und dem ewigen Geschnatter zu dem Verlust all der Pflichten und dem ständigen Behaupten der Individual-Rechte.
Nur am Rande entwickelt sich langsam eine andere, eine neue Erkenntniss von dem kooperativen Menschen - nur wird der in dieser Wirtschaft eine Chance bekommen? Eher nicht!
P.S. Gerade sehe ich, dass der Kommentar in der gekürzten Version online ist!
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16.12.2009 von Gerald Fründt.
(01) E-Mail ist Koordination. Eine E-Mail schreiben ist koordinieren. Das ist das Ergebnis, beobachte ich nicht nur die E-Mail-Kommunikation, aber dort ganz besonders auffallend, IN den Unternehmen und Organisationen.
(02) E-Mail ist Koordination. Erst dann folgt - wenn die E-Mail wirkt - erst dann folgt Kooperation. Und dann - wenn die E-Mail weiterwirkt - folgt Kommunikation.
(03) Eine E-Mail schreiben ist koordinieren. Und sofort stehen da die beiden Seiten der E-Mail: was wird geschrieben und wie funktioniert das Geschriebene.
(04) Schaue ich auf die Seite “Was-wird-geschrieben”, schon tauchen die Herausforderungen auf, über die ich hier in meinem Blog laufend nachdenke und schreibe. Denn auf dieser Seite geht es um die Auswahl und Entscheidung für bestimmte “Hey-Worte” oder für allgemein gebräuchliche Worte oder um seltenere Worte oder um noch seltenere Worte, so dass diese ganz besonders auffallen und so einen ganz eigenen Beitrag zur Koordination leisten.
(05) E-Mail ist Koordination - und das habe ich jetzt erst einmal hier stehen. Dennoch als Zusammenfassung:
Koordination = das Abstimmen verschiedener Dinge, Vorgänge, Arbeiten, Prozesse etc. aufeinander (physiologisch: Zusammenspiel der Muskeln zu bestimmten beabsichtigten Bewegungen).
Kooperation = die Zusammenarbeit, das Zusammenwirken. Jemand kann kooperativ sein oder sich der Kooperation verweigern.
Kommunikation = Verkehr, Umgang, Verständigung zwischen den Menschen. Jemand kann kommunikativ sein, großen Wert auf die Kommunikation legen, eine besondere Kompetenz besitzen.
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25.11.2009 von Gerald Fründt.
Fassen Sie bitte einmal diese Gedanken ganz klar:
Erstens:
Wer nicht “reden” kann! Sollte besser keinen Vortrag halten! kein Meeting leiten! kein Verkaufsgespräch führen!
Kann nicht telefonieren!
Und kann wahrscheinlich auch nicht mit E-Mail umgehen.
Zweitens: Wer nicht mit E-Mail umgehen kann, wer keine E-Mail schreiben kann, kann auch keine SMS! Kann auch nicht Bloggen, kann auch kein Forums-Beitrag schreiben! Kann kein Memo schreiben! Kann auch einen Brief nicht nutzen! kann eigentlich nur “reden”.
Drittens: Aber wer kann schon reden, ich meine, richtig reden!!!
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7.10.2009 von Gerald Fründt.
Satz 1:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den gegebenen Bedingungen. Das Ergebnis wollten auch die Handelnden nicht. (Karl Homann, ZEIT vom 24.09.2009)
Satz 2:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden / interpretiert / gedeutet wurden. Was also haben sie verstanden, was interpretiert, was gedeutet? (Gerald Fründt, Blog der Strategien des Schreibens vom 05.10.2009).
Satz 3:
Die von manchen, konservativen Kräften so genannte “E-Mail Flut” ist in meinen Augen und nach meinen Erfahrungen eine Krise der internen Kommunikation in den Unternehmen.
Satz 4:
Die Krise der internen Kommunikation (Pars pro toto: “E-Mail Flut”) ist das Ergebnis des rationalen Handelns derjenigen, die an der internen Kommunikation teilhaben. Das rationale Handeln geschieht unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden und interpretiert und gedeutet werden.
Satz 5 ist frei entwickelt nach Pierre Bourdieu, Rede und Antwort:
Die an der internen Kommunikation teilhaben, sie wirken wie (gute) Spieler, die in jedem Augenblick genau das kommunizieren, was sie glauben, kommunizieren zu müssen, was sie verstanden haben, was die interne Kommunikation in diesem Unternehmen verlangt und erfordert.
Das setzt voraus, dass sie fortwährend kreativ und flexibel sein müssen, “um sich den unendlich variabel, niemals ganz gleichen Situationen anzupassen. Das lässt sich durch mechanische Befolgung einer expliziten und (oder) kodifizierten Regel (z.B. E-MailKnigge) nicht erreichen.”
Satz 6:
Wenn aber Regeln nicht funktionieren, was kann man dann (noch) tun? Sehr philosophisch gesprochen - man muss denen, die an der internen Kommunikation teilhaben, den SINN des Spiels vermitteln, den SINN der internen Kommunikation nahebringen! Erst wenn der SINN der internen Kommunikation verinnerlicht ist, wird das wieder was. Und Regeln werden nur noch zu Spielregeln.
Das kann zu schwerwiegenden Problemen führen - wozu braucht es dann noch einen Bereich Interne Kommunikation? Lautsprecher werden dann sinnlos!
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5.10.2009 von Gerald Fründt.
In der ZEIT vom 24. September 2009 abgedruckt ist ein spannendes Gespräch zwischen den Wirtschaftsethikern Friedhelm Hengsbach und Karl Homann.
Zitat Herr Homann:
Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den gegebenen Bedingungen. Das Ergebnis wollten auch die Handelnden nicht.
Einspruch:
Herr Homann liefert die vollendete Beschreibung der sogenannten unsichtbaren Hand, viele Hände tun etwas, aber am Ende kommt etwas ganz anderes heraus. Deswegen sind die Handelnden aber nicht aus der Verantwortung.
Herr Homann greift zu kurz mit der Einführung der “Bedingungen”. Angemessener ist diese Formulierung: Die Krise ist das Ergebnis des rationalen Handelns unzähliger Einzelner unter den Bedingungen, wie sie von den Einzelnen verstanden / interpretiert / gedeutet wurden. Was also haben sie verstanden, was interpretiert, was gedeutet? Und E-Mail zeigt, dass bei dieser Handlung einiges im argen ist!
Zitat Herr Hengsbach:
Die Krise wurde mitverursacht durch den schleichenden Umbau des rheinischen Kapitalismus in den angelsächsischen Finanzkapitalismus.
Das passt wunderbar auf die Sprache:
Die Krise wurde mitverursacht durch den schleichenden Umbau des “rheinischen Sprachgebrauchs” in den “angelsächsischen Finanz-Sprachgebrauchs”.
Kleines Problem, was verstehe ich unter einem “rheinischen Sprachgebrauch”? Also, nochmal nachdenken!!!!
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29.9.2009 von Gerald Fründt.
E-Mail-Flut: Kommunikation im Unternehmen funktioniert NICHT!
Bitte sehr, meine Damen und Herren TrainerInnen und UnternehmensberaterInnen,
schon mal darüber nachgedacht, dass es sich in einer funktionierenden Partnerschaft mit der Kommunikation so verhält: Je besser die Kommunikation funktioniert, desto weniger braucht man sie!
Ihre so genannte “E-Mail-Flut” ist ein schriller Aufschrei:
Hallo, in unseren Unternehmen funktioniert die Kommunikation nicht!!!
Schock schwerenot! Was denn jetzt …. dieses all jenen Spöttern meiner 111-E-Mail-Regeln!
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15.9.2009 von Gerald Fründt.
Herr Eppler hat ein Buch geschrieben: Der Politik aufs Maul geschaut. Im Untertitel heißt es: Kleines Wörterbuch zum öffentlichen Sprachgebrauch.
Wie es aussieht, trifft Herr Eppler den Kern - auch den Kern des Sprachgebrauchs in Unternehmen und in E-Mail! So wird gezeigt, dass der Begriff “Modernisierung” kein brauchbarer politischer Begriff ist. Er ist es in den meisten Fällen der Wirtschaft ebensowenig: brauchbar!
Meist, so Herr Eppler, ist die Verwendung des Begriffes ein gutes Mittel, sich als der Überlegene einzurichten, und das ganz ohne Kosten. Kostenlos, so ist es in den meisten Fällen der Wirtschaft, der Unternehmen, der E-Mail auch. Begriffe werden genutzt, um die eigene Überlegenheit zu festigen, es kostet ja nichts!
Zu “NIX” und “nichts” - siehe übrigens die ZEIT vom 10.09.2009
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31.8.2009 von Gerald Fründt.
Hinter den Spiegel kommen, das ist das Ziel meiner Arbeit. All die vorgeblichen Sprachkritiker bleiben mit ihrer Kritik vor dem Spiegel und fechten um etwas, was angeblich richtig / korrekt sein soll.
Die Unternehmen, Konzerne, Organisationen, Parteien müssen durch den Spiegel, den die Oberfläche des Geschriebenen / der E-Mail bildet, hindurchgehen, um mit der Sprache angemessen arbeiten zu können. Erst wenn man auch die andere Seite kennt, wird man unter anderem auch verständlicher schreiben können.
Das ist mir gerade durch den Kopf gegangen.
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30.8.2009 von Gerald Fründt.
Angesprochen hatte ich es bereits in meinem Kommentar vom ….
Nun die Schlagzeile im Stader Tageblatt: Unverständliche Wahlprogramme.
Die Linken sind kaum zu verstehen - wen wundert es.
Es gibt Vorliebe für Schachtelsätze - allerdings ist das meiner Ansicht nach (noch) nicht das wirkliche Problem bei den Sätzen und geht als Kritik in eine falsche Richtung. Manche Aspekte brauchen unbedingt auch mal einen Schachtelsatz, um das Nachdenken anzuregen. Nur muss mit ihnen richtig gearbeitet werden, also wie sind die vorausgehenden Sätze gebaut, was folgt usw. In welcher Weise baut man denn einen Schachtelsatz auf, auch hier ist das Deutsche sehr vielfältig! Also, Kritik an Schachtelsätzen ist vielleicht populär, aber nicht unbedingt konstruktiv.
Vorliebe für Fremdwörter soll es geben - nun gut, auch hier lohnt der genauere Blick. Auch Fremdwörter müssen manchmal sein, nur sollten sie im Zusammenhang plausibel sein und nicht einfach daher geschrieben werden.
Und dann fordern Wissenschaftler, mal solle bürgernäher formulieren, also näher am Bürger. Auch das ist populär, ohne dass es wirklich verständlicher wird.
Schreiben muss einfach als aufwändige und intensive Arbeit (!!!) verstanden werden, so wie ich es in meiner www.e-mail-praxis.com bereits versuche. Einfach verständlich schreiben, das ist nur eine einzige Herausforderung! Es gibt noch weitere, etwa die Sache mit dem Kontext…..
Ich mache mich jetzt mal auf die Suche nach den Personen, die in dem Bericht genannt werden, und zwar weil ich gerade einen Artikel über Twitter (siehe http://twitter.com/EMail_Praxis) schreibe, schau ich mal bei Twitter nach…..
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