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15.9.2010 von Gerald Fründt.
…. das ließe natürlich die Augen glänzen! Aber irgendwie ist da doch etwas dran.
Die fragliche E-Mail-Adresse z.B. direkt@postbank.de.
Postbank ist ein deutsches Hauptwort, ein Substantiv, und ein Eigenname.
Postbank ist ein zusammengesetztes Hauptwort, ein Kompositum, bestehend wiederum aus zwei Hauptworten, Substantiven.
Das Bedeutungs-Wort ist “Post“, das Grund-Wort ist “Bank“.
Zusammengenommen handelt es sich um ein Possessiv-Kompositum, oder deutlicher: die “Bank” gehört zu der “Post“.
Und wegen der Zugehörigkeit hat dieses Hauptwort einen Wert von 9,8 Milliarden Euro.
Wie heißt es bei Tagesschau.de: “Mit dieser Kapitalerhöhung wollen wir uns das notwendige Eigenkapital für eine geplante Konsolidierung der Postbank sichern”, erklärte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
Eigentlich könnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Postbank stolz sein auf diesen Wert …. und auf die E-Mail-Adresse @postbank.de!
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10.9.2010 von Gerald Fründt.
Zitat:
Noch nie musste man so viel lesen und schreiben wie in unseren Tagen. Man kann keinen Computer benutzen, ohne lesen und schreiben zu können.
Jean-Claude Carrière, französischer Schriftsteller und Drehbuchautor
Meine Forderungen:
Erstens - jede und jeder trägt persönlich die Verantwortung für das, was sie oder er schreibt – einschließlich der absehbaren oder vorhersehbaren Konsequenzen.
Zweitens – Man gibt diese Verantwortung nicht ab, selbst wenn man im Namen von jemand anderem schreibt. Man gibt diese Verantwortung auch dann nicht ab, wenn man beteuert oder belegt, man habe so zu schreiben gelernt, oder alle würden halt so oder “man” würde so schreiben.
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1.9.2010 von Gerald Fründt.
Eine Untersuchung (!) ergab:
Die Wirtschaft leidet unter den enormen Defiziten im schriftlichen Ausdrucks-Vermögen. Dieser enorme Verlust manifestiert sich hauptsächlich in der E-Mail.
Diesem Defizit gebenüber steht unbeachtet, unerkannt und ungenutzt der Reichtum in den Ausdrucks-Möglichkeiten, was etwa die Wort-Wahl oder die Vielzahl der grammatischen Optionen angeht.
Auch hier leistet man sich einen Luxus: Es wird so getan, als würde sich mit den genutzten Ausdrücken bereits der Reichtum erschöpfen! Es wird so getan!
Irgendwann fällt auch dieser Schleier!
Kleine Übung:
“Während des 4-wöchigen Kurses findet jede Woche findet Montag und Mittwoch je 18.00 Uhr eine kompakte, 90-minütige Seminareinheit statt. Zusätzlich stehe ich stehe Ihnen während des Kurses, also 4 Wochen lang als Coach für alle Fragen zur Verfügung.”
Welche grammatische Eigenheit fällt Ihnen auf - Antworten bitte an post(at)e-mail-praxis.com
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31.8.2010 von Gerald Fründt.
So kommen Beschwerden in die Unternehmen
39% = schriftlich, also Brief, Fax und E-Mail
32% = mündlich, im Dialog mit MitarbeiterInnen an der Kasse, am Schalter oder am Empfang
17% = mündlich - Telefon
11% = schriftlich, über die Homepage / Online-Formular
(Quelle TeleTalk 09/2010)
Meine Schlussfolgerungen:
1. Das Telefon spielt bei Beschwerden eine ganz, ganz schwache Rolle! Warum wird dann aber so viel Lärm gemacht ….
2. Das Schriftliche ist der bevorzugte Weg für Beschwerde - nun kommt es darauf an, in das angemessene Lesen&Verstehen zu investieren, denn PISA hat ja gezeigt, dass es da erhebliche Defizite in D. gibt. Und dann kommt das schriftliche Antworten: “Wegen Verzögerungen im Betriebsablauf”, das ist schlicht und einfach zu wenig, um auf eine Beschwerde befriedigend zu antworten.
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23.8.2010 von Gerald Fründt.
Anmerkungen (Fragment) zu einem Interview mit Herrn Judt in der ZEIT, 12. August 2010
Zentrale Aussage von Herrn Judt: “Wir brauchen eine ethische Weltsicht.”
1. Zwar bezieht sich diese Forderung primär auf die heutige Politik, er macht aber auch deutlich, dass die Politik nicht von Wirtschaft zu trennen ist. Gefragt, warum er denn seine Kritik für relevant hält, antwortet er:
“Ich hatte seit Langem den Eindruck, dass wir den Kontakt zu der Sprache verloren haben, in der wir früher über Politik - über öffentliche Güter und die Rechtfertigung öffentlicher Ausgaben - gestritten haben. Wir haben aufgehört, wie eine Gesellschaft zu denken, und stellen uns stattdessen als ein Bündel individueller Interessen dar.”
Gerade der letzte Satz ist übertragbar auf die Kommunikation, das bedeutet, der letzte Satz ist anwendbar auf die Sprach-Verwendung in der internen Kommunikation und in der externen Kommunikation von Unternehmen, der Wirtschaft, der Lobbyisten, der Parteien, der Politik.
Und jede E-Mail ist verwendete Sprache ist Kommunikation.
2. Die ZEIT fragt, ob unsere Gesellschaften in einer Legitimationskrise stecken.
“Ja, aber was genau wird denn als illegitim empfunden? Autorität per se? Konventionelle Parteipolitik - die ideologisch vor einem Jahrhundert konstruiert wurde, jetzt aber ohne dieses Gedankengerüst dasteht? Das Wirtschaftsleben - aus dem Fairness und Gleichheit vertrieben wurden durch Versagen bei der Regulierung der Märkte? Ich akzeptiere zwar nicht die Sicht, dass wir “die Barbaren vor den Toren brauchen”. Aber die Existenz der kommunistischen Ideologie war eine Mahnung, dass es auf die Sprache ankommt, die unseren Entscheidungen Grund, Form und Richtung gibt. Nach 1989 ist das Bewusstsein dafür geschwunden. Darum glaube ich, dass wir mehr als irgendetwas anderes eine neue Art brauchen, über Politik zu reden.”
Ergänzen muss man aus dem gesamten Gedankengang heraus, dass es natürlich auch in der Wirtschaft und den Unternehmen auf die Sprache ankommt, mit denen Entscheidungen einen Grund, eine Form und eine Richtung bekommen. Und ergänzen muss man auch, dass es eine neue Art braucht, über Wirtschaft und Unternehmen zu reden, und ein Anfang ist zu machen bei der winzig kleinen E-Mail, intern, extern, wohin auch immer. Denn hier zeigt sich, dass die Entscheidungen auf sprachlich schwachem Grund stehen, dass die Entscheidungen eine schwache unzureichende sprachliche Form haben, und dass ihnen sprachliche die Richtung fehlt.
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18.8.2010 von Gerald Fründt.
Mal angenommen, Sie sind in einem Unternehmen, dessen Ziel die Steigerung des Unternehmenswertes ist. Dann brauchen Sie eine ganzheitliche strategische Sicht, meinen die Autoren Gomez und Zimmermann. Dann brauchen Sie aber auch ein Sinn-Management, ein Management von Sinn und Bedeutungen.
Und nun denken Sie einmal über diese Sätze nach:
(1) Jede unternehmens-interne E-Mail, ganz gleich von wem an wen, legt mit ihren Inhalten / Aussagen fest, was jetzt gerade als Wirklichkeit verstanden und ausgewählt wird.
(2) Und sie bezeichnet diese Wirklichkeit, sie gibt ihr Namen und “schreibt” zwischen diese Namen Beziehungen ( = Grammatik) und Abhänigkeiten ( = Grammatik).
(3) Und sie, jede unternehmens-interne E-Mail, erklärt die so ausgewählte und so “geschriebene” Wirklichkeit, auf ihre mitunter ganz eigene Weise.
(4) Und sie, ganz gleich von wem an wen, bewertet das Handeln, welches sich in der Wirklichkeit und in den Inhalten und Aussagen jeder unternehmens-internen E-Mail zeigt.
(5) Und sie, jede unternehmens-interne E-Mail, ganz gleich von wem an wen, legitimiert auf eine bestimmte Weise das Handeln, welches sich in der geschriebenen Wirklichkeit und in den geschriebenen Inhalten und Aussagen jeder unternehmens-internen E-Mail zeigt.
Nun stellt sich die Frage: Wer ist verantwortlich für dieses Sinn-Management - oder, wie konnte es passieren, dass durch die E-Mail alles auf den Kopf gestellt wurde?
Fragt sich Ihr Gerald Fründt aus der täglichen E-Mail-Praxis.com
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13.8.2010 von Gerald Fründt.
Unzählige E-Mails gehen in jedem Augenblick hin und her. In den Unternehmen und den Organisationen. Zwischen diesen. Schließlich mischt sich noch der Kunde, der Verbraucher, die und der Einzelne in dieses ruhelose Wandern der unzähligen E-Mails.
Aber es sind ja niemals die E-Mail allein. Immer hat sie in sich Worte, die jemand geschrieben hat, und Worte, die jemand zu lesen hat.
Jedes Wort hat seine Bedeutung, seine Nebenbedeutungen, seine Zusatzbedeutungen.
Unzählige Wort-Bedeutungen gehen in jedem Augenblick hin und her. Sie häufen sich an bestimmten Stellen, sie dünnen aus an anderen Stellen. Sie sind ständig in Bewegung, diese unzähligen Wort-Bedeutungen.
Dann diese E-Mail-Antwort: “Ich bin abwesend bis einschließlich 03.09.2010, aber Ihre Mail wird von meinem Stellvertreter eva.nachname@unternehmen.de bearbeitet.”
Welche Bedeutung hat das Wort “Stellvertreter”, welche Zusatz-Bedeutung hat der Name “Eva”?
Das Wort “Stellvertreter” ist in dieser und in all den anderen E-Mails, die das Wort unzutreffend verwenden, eine dieser “gehäuften Wort-Bedeutungen”; das alternative Wort “meine Stellvertreterin …” gehört (noch) zu den dünnen Wort-Bedeutungen.
Ach, und dabei fällt mir auf: Eine E-Mail-Adresse kann eigentlich weder ein “Stellvertreter” noch eine “Stellvertreterin” sein. Aber so weit ist es mit der E-Mail-Adresse, sie funktioniert als Synekdoche, indem das Weitere (die sicherlich charmante und liebenswerte Frau Eva Nachname) durch das Engere (die E-Mail-Adresse der Dame) bezeichnet.
Wer “schafft” so etwas: ein Mann!
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10.8.2010 von Gerald Fründt.
Nicholas Carr schreibt in einem Artikel (ZEIT, 5. November 2009):
“Der Wandel von der Knappheit zum Überfluss auf dem Gebiet der Medien bedeutet, dass wir bei der Entscheidung darüber, was wir lesen, sehen oder hören wollen, viel mehr Auswahl besitzen als unsere Eltern und Großeltern.”
Jetzt mal einen Moment innehalten - welcher Gedanke zieht sich durch meine 111-E-Mail-Regeln? Lesen, das richtige, passende, bewusste, ausgewählte Lesen!
Was gelesen werden kann - jede E-Mail gehört zu der Auswahl, zu dem Angebot.
Was gelesen wird - bei jeder E-Mail muss entschieden werden!
Sowohl Auswahl als auch Entscheidung genauer beobachten, man lernt sehr viel über einen Markt.
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14.7.2010 von Gerald Fründt.
Nachgetragenes zur E-Mail2010
1. Welches Ergebnis bekommt man wohl, würde man den Kunden die Frage stellen, ob sie einen Kundenservice lieber per Telefon oder lieber per E-Mail ansprechen ….
2. Welche Merkmale hat “Höflichkeit”?
3. Aus einem Vortrag: die Ausfühlichkeit der Antwort - gemeint war aber Ausführlichkeit der Antwort; hatte man doch eher die Gefühle im Kopf.
4. Will man seine elektronischen Prozesse effizienter gestalten, dann braucht man das Commitment seiner Mitarbeiter!
5. Ist es ein Reflex, dass jedes Handeln (jeder Prozess) im Unternehmen eine Systemunterstützung braucht?
Und heute liegt eine Werbung für den ePostBrief im Kasten …..
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6.7.2010 von Gerald Fründt.
…. der E-Mail-Kongress scheint für mich noch nicht abgeschlossen zu sein!
Liebe Kundin, lieber Kunde, wie schaut es aus, würden Sie sich lieber per Telefon an einen Kunden-Service wenden, oder würden Sie lieber dem Kunden-Service eine E-Mail schreiben - und ich meine jetzt keine Notfall-Situation.
Ich kenne keine Studie, die diese Frage schon mal gestellt hätte, Irrtum meinerseits bitte korrigieren an post (at) e-mail-praxis.com - danke!
Herr Pieper von der ING-DiBa schreibt und spricht in seinem Vortrag von der “Ausfühlichkeit der Antwort”. Klarer Fall, ein “r” ist unter den Tisch gefallen. Deswegen kommt in die “Ausführlichkeit der Antwort” etwas “Ge-Fühl” - schick, diese Sache. Wir sollten viel mehr auf solche Sachen achten. Achtsamkeit!
In meine Schulungen “E-Mail-Praxis” ( und versteckt darin “E-Mail-Regeln”) den Arbeits-Schritt aufnehmen, die TeilnehmerInnen nach den Merkmalen von “Höflichkeit” zu fragen. Auch auf die Gefahr hin, dass anschließend niemand mehr eine E-Mail-Antwort schreiben möchte.
Sie brauchen das Commitment der MitarbeiterInnen, wollen Sie effiziente (elektronische) Prozesse entwickeln. Aber Commitment ist so vielfältig, ist Vertrauen, Geduld, Einverständnis, Mitarbeit und anderes mehr
…. und klar wird mir, warum ich etwas gegen das Globo-Englisch habe.
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